Am Flughafen – die Reise in die Freiheit, ohne Gepäck

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Photo: © Sunelly Sims

Sie biss in den Apfel, während sie am geöffneten Fenster stand und auf die Straße hinunterblickte. Die Morgensonne schien auf die gegenüberliegenden Häuser und die warmen Sonnenstrahlen versprachen einen herrlichen, warmen Sonntag. In der Straße, wo sie wohnte, war noch alles ruhig. Viele schliefen noch oder saßen beim Frühstück. Sie zog sich an und machte sich auf den Weg zum Flughafen. Jeden Sonntag fuhr sie hin, sie liebte die Atmosphäre dort – sie schien ihre Sehnsucht zu stillen. 

Ihre Sehnsucht nach Freiheit, wie sie nur in ihrer Vorstellung existierte. Die Freiheit in ihrer Vorstellung, die sie faszinierte und ihr gestatte, alles, wozu sie gerade Lust hatte, einfach zu tun. Spontan, ohne etwas lange im Voraus zu planen, von einer Minute auf die andere, wenn das Gefühl in ihr hochkam. Sie genoss dieses Spiel in ihrer Fantasie, das Spiel mit ihrer Vorstellungskraft. Einfach alles stehen lassen, ihre Handtasche schnappen und einfach losfahren. Doch in diesem Spiel war es immer derselbe Weg – der Weg zum Flughafen. Sie hatte kein Gepäck dabei – nur ihren Reisepass, ihre goldenen Kreditkarten und eine Zahnbürste in ihrer Handtasche. Das Spiel war auch immer dasselbe, zumindest fing es immer gleich an. Sonntagmorgens, anziehen, frühstücken und dann los. Es fing immer gleich an – doch wer wusste schon genau, wie die Geschichte weitergehen würde …? Sie konnte sich viel vorstellen – dies war eine Bedingung für das Spiel. Sonst hätte sie ja gleich zu Hause bleiben können.

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Photo: © Sunelly Sims

Doch ihre Sehnsucht war stärker, sie erlaubte ihr nicht, einfach nur herumzusitzen. Sie trieb sie an, mit ihrer Fantasie zu spielen, sie zu nähren – bis ins kleinste Detail. Eines Tages … irgendwann, würde es geschehen. Eines Tages, an irgendeinen Sonntag in ihrem Leben würde es wahr werden. Eines Tages, wenn es keine Barrieren, keine Verpflichtungen, keine Zwänge mehr für sie geben würde. Eines Tages, wenn sie wie ein Vogel in die Freiheit fliegen würde und die Schönheit der Welt aus allen Blickwinkeln der Erde betrachten könnte. Am Land, am Meer, am Fluss oder von oben hinab, in der Luft. Ihr Durst nach Freiheit um alles zu entdecken, zu sehen, zu riechen, zu fühlen und einzuatmen. Alte Städte, Ruinen, Burgen, Schlösser, Wolkenkratzer, Landschaften zu besichtigen, Küstenstraßen zu befahren, wo sie die Unendlichkeit des Ozeans bewundern und den überwältigenden Blick bis zum Horizont genießen konnte. Den endlosen Blick, der für sie die Freiheit bedeutete. Das Gefühl der Freiheit, das tief in ihrer Seele, mit ihr auf die Welt kam, als sie geboren wurde.

Sie trug es immer in ihrem Herzen, sie hatte oft versucht, dieses Gefühl zu verdrängen. Doch es gelang ihr nicht – sie fühlte sich in jeder ihrer Verpflichtungen eingeengt, eingesperrt, als säße sie hinter Gitter. Die Zwänge, die sie ertragen musste, taten ihr weh. Nein, es war kein körperlicher Schmerz, den hätte sie vielleicht leichter bewältigt, denn die Wunden oder eine Krankheit wären eines Tages wahrscheinlich heil geworden. Der Schmerz lag tiefer und er schürte ihr die Kehle zu, jedes Mal, wenn sie durchatmen wollte. Die Ursachen: Vorschriften, Verpflichtungen, Zwänge und Masken, die sie trug, die ihr verboten, nicht sie selbst sein zu können, zu dürfen. Sich ständig anpassen zu müssen und das tun, was andere wollten, für richtig hielten.

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Photo: © Sunelly Sims

Eines Tages … sie wusste, sie würde all das abstreifen, hinter sich lassen und nur mit ihrer Handtasche, mit der Zahnbürste, ihren goldenen Kreditkarten und ihrem Reisepass – spontan und unerwartet, sich auf eine Reise begeben, die ihr zeigen würde, wie viele Schätze die Welt zu bieten hatte, die sie sonst niemals kennenlernen würde. Eine Reise, die ihr die Freiheit schenkt, alles zu entdecken. Die sie mit einzigartigen Augenblicken überraschen würde, Erlebnisse, Gefühle, Menschen, die ihr Herz berühren. Sie könnte einfach sein, wie sie ist, sie könnte alle ihre Masken hinter den Gittern zurücklassen, wenn sie aus dem Gefängnis der Vorschriften, Verpflichtungen und der Zwänge ausbricht.

Eines Tages … wenn sie wieder einmal zum Flughafen fuhr und sich ein Flugticket nach irgendwohin kaufte – für das erstbeste Ziel, das ihr auf der großen Tafel in der Halle ins Auge sprang. Am Morgen danach würde sie in einem fremden Land, in einem Hotelzimmer aufwachen und keine weitere Pläne machen müssen. Sie würde endlich alle Ketten, die ihre Seele gefangen hielten, sprengen, um tief durchzuatmen und so lange dort zu bleiben, wie es ihr gefiel. Sie würde ihre Freiheit mit jeder Faser ihres Körpers spüren. Die Freiheit ihrer Seele, nach der sie sich so lange sehnte. Sie würde einfach sein, so wie sie war – im Hier und Jetzt. Eines Tages, das wusste sie, würde sie ihrer Seele diese Freiheit schenken können.

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© Sunelly Sims

(Video: by  Sunelly Sims)

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