Wenn die Seele vor Freude tanzt …

Alltag, Begeisterung, Beziehung, Einfühlungsvermögen, Einsamkeit, Emotionen, Freude, Gefühle, Glück, im Herzen, Intuition, Leben, Liebe, Menschen, Mitgefühl, Seele, Zweisamkeit

Photo: © 2012 by Sunelly Sims

Sie hatte Angst vor der Einsamkeit. Davor, dass sie niemanden mehr finden würde, falls ihre Beziehung einmal zu Ende ging, in der sie sich nicht mehr glücklich fühlte. Sie fühlte sich bereits einsam, obwohl sie immer dachte, dass man zu zweit weniger allein ist. „Es kommt nichts Besseres nach“ – sagten andere Menschen, die ihr nahestanden. Die Worte, die sie immer wieder hörte, die ihr unter die Nase gerieben wurden, prägten sich ein, machten sich in ihren Gedanken breit. Die Worte, die ihre Angst schürten und sie mutlos machten. Die Unzufriedenheit, die an ihrer Seele nagte, der eintönige, graue Alltag, der keine Wärme in ihrem Herzen duldete. Ihre Gefühle, grau, neblig und kühl – wie triste Novembertage. 

Mit jedem neuen Tag verlor sie ein bisschen mehr von der Wärme, die früher ihr Herz zum Überlaufen brachte. Sie hatte so viel Liebe, so viel Wärme zu geben – doch offensichtlich war sie mit ihren Gaben auf der falschen Adresse. Ja, die Gefühle, das  war ihre Welt, darin fühlte sie sich wohl. Sie konnte sie fühlen, sie konnte sie geben, sie konnte über sie reden. Was war denn das für ein Leben, in dem Gefühle totgeschwiegen wurden …? Wo Gefühle der Begeisterung keinen Anklang fanden, wo sie im Keim erstickt wurden … Wo man wegsah, wenn sie Tränen in den Augen hatte, weil sie plötzlich von ihren Emotionen überwältigt wurde oder von ihrem Mitgefühl, wenn sie dem Leid ins Auge blickte und viel dafür gegeben hätte um das Leid zu lindern.

Manchmal wünschte sie sich nicht so empfindsam zu sein, dieses starke Einfühlungsvermögen, das sie besaß, zu reduzieren oder gar auszulöschen. Härter zu sein, um Vieles um sie herum ignorieren zu können, sich selbst damit nicht zu belasten. Ihre Gefühle beherrschten sie – schöne, gute oder leidvolle. So waren auch ihre Gedanken voller Emotionen – intensiv, je nach ihren Gefühlen, die vielen Augenblicken ihres Lebens die Farben eines Regenbogens verliehen. Mal grau und trist, mal fröhlich, bunt, voller Wärme. Die Freude war die schönste aller Gefühle. Die Freude, die sie spürte, die ihr Herz zum Lachen brachte. Die Freude, die ihre Seele beflügelte. Wenn sie etwas tat, was ihr Freude bereitete, sie mit Wärme erfüllte, ihr Herz größer machte, ausdehnte. Dann waren auch ihre Gedanken schön und kristallklar, wie ein Bergsee, in dem man die Fische zählen konnte.

Dann wusste sie, dass es sich lohnte, auf dieser Welt zu sein – die Welt und das Leben, die so viel zu bieten hatten, wenn man das Gefühl der Freude in ihrem Herzen trug. Wenn sie daran festhielt, nur Dinge zu tun, die dieses Gefühl hervorriefen, die ihre Seele tief in ihrem Inneren zum Tanzen brachten. Dann spürte sie den Rhythmus und den Takt, die von ihr Besitz nahmen und sie nicht mehr losließen. Sie wollte, dass es immer so bleibt, sie wollte auf das Gefühl der Freude nicht mehr verzichten, es nicht mehr hergeben. Sie sah so viele Menschen, die keine Freude in sich spürten, nicht lachen konnten, irgendwann griesgrämig wurden. Das war doch kein Leben – nein, sie wollte so nicht sein, sie wollte die Freude auskosten, ihr Leben farbenfroh machen.

Das Gefühl der Freude war stärker als die Liebe – gewiss, durch die Liebe, in einer schönen Beziehung erlebte man auch viel Freude. Doch wenn die Liebe eines Tages endete, was blieb ihr dann …? Wenn sie das Gefühl der Freude von der Liebe einer anderen Person abhängig machte …? Die Freude, die für jeden Einzelnen, tief in seinem Inneren existierte – auch ohne die Liebe der Anderen. Nicht, dass man nur Freude im Herzen empfinden konnte, wenn man geliebt wurde – dann war es eine machtlose Freude, die den Anderen ausgeliefert war.

„Es kommt nichts Besseres nach“ – hieß es immer wieder. Doch es gab etwas Besseres. Die Freude am Tun, am Schaffen, etwas aus dem Boden zu stampfen, etwas konsequent zu verfolgen, dabei zu bleiben, dahinter zu stehen, auszuharren, zu verwirklichen – die Freude, die die Seele zum Tanzen bringt, mit aller Kraft im Inneren aufrechtzuerhalten. Dann ist dies eine mächtige Freude, unabhängig von anderen Menschen, deren Spielball wir vielleicht sein könnten. Es ist das einzigartige Gefühl der Freude, die bereit ist für jeden da zu sein, wenn man sie entdeckt. Dann weiß man, was man will, man weiß, dass man auf dieses Gefühl nicht mehr verzichten will – ob man alleine ist oder zu zweit.

Die mächtige Freude im Herzen, die von Anderen unabhängig ist, die nicht nur da ist, wenn andere Menschen es so wollen. Es hängt von uns alleine ab, ob wir diese Freude entdecken, sie entfachen und sie nicht mehr loslassen. Wenn wir sie finden, dann gehört sie uns. Uns ganz allein und sie bringt unser Leben zum Strahlen – auch an grauen, nebligen Novembertagen, wenn wir sie in unserem Herzen leuchten lassen. Ob wir alleine sind oder zu zweit.

5 thoughts on “Wenn die Seele vor Freude tanzt …

  1. Eine schöne Geschichte, stimmt wir können nicht alles beeinflussen aber jeder kann seinem Leben einen Sinn geben das kommt natürlich immer auf die Veranlagung an und es können ganz kleine Dinge sein die zufrieden und glücklich machen, ich wünsche Dir einen schönen Tag, l G Regina

    • Hallo Regina,

      vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, du hast recht – wir können nicht alles beeinflussen – ein Teil unserer Route ist wohl irgendwo festgelegt worden. Wir können mit richtigen, positiven Gedanken Korrekturen vornehmen bzw. auf die Qualität unserer Erfahrungen Einfluss nehmen.

      Doch ich finde, dass wirklich jeder unter uns ein verborgenes Potenzial in sich trägt, das ihm Freude macht und unter Umständen die Erfüllung bringt. Jeder sollte danach streben, dieses Potenzial zu entdecken, zu entfalten um ein inhaltvolles, erfülltes Leben führen zu können. Unsere Zeit ist kostbar und irgendwann ist sie zu Ende. Jedem steht es zu, sein Leben gemäß seines wahren Wesens zu leben – es liegt an uns, ob wir etwas daraus machen, ob wir danach streben, uns selbst treu zu bleiben.

      Ich wünsche dir ein schönes Wochenende mit herrlichem Gartenwetter!

      Liebe Grüße,
      Sunelly Sims
      – BE YOURSELF! –

  2. Schlimme Sätze wie „Es kommt nichts Besseres nach“ sind für viele Menschen wahrscheinlich schon Grund genug um gleich aufzugeben und sich nichts zu trauen. Viel schöner finde ich z.B. den Satz „Man lernt nie aus“ und genau danach lebe ich, es gibt soviel zu entdecken und soviel das ich immer noch dazu lernen kann da muss man natürlich auch ein wenig neugierig sein also jetzt nicht in dem Sinne was Promis machen oder so😉 herrliches Gartenwetter haben wir heute und da gehe ich am nachmittag auch noch vorbei l G Regina

    • Ja, es stimmt – dieser Satz „Es kommt nichts Besseres nach“ ist wirklich schlimm, doch er wird leider ziemlich häufig verwendet. Die Menschen sagen, sie würden es doch nur mit uns meinen, doch vermutlich haben sie selbst Angst vor Veränderungen.

      Es ist sehr entmutigend und einschüchternd, wenn man diesen Satz oft zu hören bekommt. Man sollte gar nicht hinhören, denn so braucht man noch mehr Kraft und Mut, den Weg, der sich für richtig anfühlt zu finden und zu gehen. Aus solchen Sätzen kann man keine Energie für oftmals notwendige Veränderungen im Leben schöpfen.

      Man lässt es bleiben und infolge dessen spürt man immer mehr Frust – man schaut zu lange zu, man wartet zu lange ab. Man steht sich selbst im Weg. Irgendwann kommt eine „Warnung“ – Signale des Körpers, dass wir etwas in unserem Leben, das in Disharmonie geraten ist und unserer Entwicklung nicht mehr dienlich ist, ändern sollten. Dann liegt es in unserer eigenen Verantwortung, zu handeln, denn bei der nächsten „Warnung“ wird es vermutlich zu spät sein … Früherkennung ist immer am Besten – nicht nur im medizinischen Sinne. Eine Früherkennung, um kein medizinischer Fall zu werden – psychisch oder körperlich.

      Ich dachte schon, dass du das schöne Wetter für deine Garten-Leidenschaft nutzen wirst – so sei es!
      Ich wünsche dir ganz viel Freude bei deiner kreativen Gartenarbeit!

      Liebe Grüße,
      Sunelly Sims.

  3. Danke Dir🙂 das größte Problem ist glaube ich das sich viele Menschen eibilden im Leben anderer was zu suchen zu haben, man kann zwar immer den eigenen Standpunkt vertreten aber das sollte nie belehrend sein. Ich habe einen 30jähr. Sohn der mir auch so ziemlich alles erzählt (immer noch ) und wenn ich anderer Meinung bin dann sage ich es, erkläre ihm warum ich es anders sehe und am Ende muss er dann selbst entscheiden, da habe ich auch ein aktuelles Beispiel: Söhnchen arbeitet über eine Zeitarbeitsfirma bei Max Bahr und die haben ihm nach 2 Wochen gesagt das sie ihn gerne in Festanstellung übernehmen möchten naja und mein Sohn zögert, überlegt ob er da wirklich fest arbeiten möchte obwohl er sagt das er sich da sehr wohlfühlt und die Leute Ok sind ( an dieser Stelle sollte ich vl. erwähnen das mein Sohn Punk ist und auf dem Kopf Rastalocken fast bis zum Hintern trägt). Mehr verdienen würde er natürlich auch und er wüsste jeden Morgen was auf ihn zukommt. Gesagt habe ich das er es sich gut überlegen soll allein schon aus der Tatsache raus das es nicht mehr viele Festanstellungen gibt (es wird ja immer mehr über 400 Euro aufgefangen) und das er als Fremdarbeiter auch nicht immer nette Kollegen bekommt, ja gut entscheiden muss er natürlich selbst, l G Regina

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