Betrogene Gefühle

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Sie war froh, wenn die Nacht kam – die Schwärze des Himmels sank auf sie herab. Sie bedeckte sanft ihre Gefühle und die schmerzende Wunde ihrer Seele, die Heilung brauchte. Ihre Seele sehnte sich nach Heilung für die verletzten Gefühle, die sie kraftlos machten und ihr die Verzweiflung brachten. Etwas, das schön begann, endete unglücklich, fast ohne Worte. Plötzlich war alles vorbei und sie suchte die Schuld bei sich selbst. War sie denn nicht liebevoll genug, war sie nicht hübsch genug, hat sie ihm denn nicht geholfen, als er in der Klemme war? War sie nicht tolerant genug, hat sie ihm nicht genug Freiheit gegönnt …? Hat sie ihm nicht oft genug gezeigt und gesagt, wie sehr sie ihn liebte?

Doch all die Fragen ohne Sinn – Fragen nach dem Warum. Sie wusste, dass er Fehler gemacht hatte – schwerwiegende Fehler, die jede Liebe in den Abgrund gestoßen hätten, jedes noch so sehr liebende Herz höhnisch ausgelacht hätten – der Betrug, der sie auslachte, ihre Liebe mit Füßen trat. Sie dachte immer, ihr würde so etwas niemals zuteilwerden, doch das Leben wollte auch sie nicht verschonen. Aber was auch immer geschah – diese Liebe, die sie tief in ihrem Herzen empfand, sie war zu stark – sie stürzte mit ihr in den Abgrund, wo sie stärker denn je wieder aufstand, um sich in ihrem Herzen weiterhin breitzumachen. Sie wollte diese Liebe nicht, sie ertrug sie nicht, weil sie sie nicht loswerden konnte. Sie saß ihr im Nacken, sie ließ sich nicht abwimmeln – ganz egal, was sie tat.

Die Liebe, die ihr jeden Tag Erinnerungen schickte – schöne und böse Erinnerungen, die sie einst mit ihm verbanden. Sie konnte nicht davor flüchten, die Erinnerungen waren schneller, als sie laufen konnte. Oft kamen sie aus heiterem Himmel, stürzten auf sie herab und sie suchte nach einem Halt. Einen Stuhl oder irgendetwas, woran sie sich festhalten konnte, um sich selbst nicht dabei zusehen zu müssen, wie sie den Boden unter den Füßen verlor und weinend und zusammengekrümmt am Boden lag, bis ihr Herz sich wieder beruhigte.

So vergingen viele Tage, Wochen und Monate – sie war nicht sie selbst. Sie wusste gar nicht mehr, wer sie war, sie wusste nicht, was diese Liebe mit ihr vorhatte, warum sie sie so quälte, warum sie diese Liebe nicht aus dem Gedächtnis streichen konnte. Warum sie sie zerstören wollte. Das Leben, wie eine Pirouette, drehte sich immer schneller um sie herum – die Liebe, die versuchte, sie immer tiefer in den Strudel der Gefühle hinunterzuziehen, um sie in der Dunkelheit eines tiefen Ozeans gefangen zu halten. Ohne Sonne, ohne Atmen, ohne Hoffnung – ein Leben, das sie erstarren ließ und sie mutlos machte.

Sie verstand das Schicksal nicht – wie konnte es so gnadenlos und unbarmherzig sein – sie hat doch nichts verbrochen … sie hat doch nur so sehr geliebt … warum wurde sie dafür bestraft …? Jetzt wo es aus war, warum ging die Liebe nicht einfach fort und ließ sie allein …? Sie wollte diese Liebe nicht, die wie festgenagelt sich an ihr Herz klammerte, es nicht loslassen wollte. Sie wollte die Liebe wegstoßen, anstatt sie zu akzeptieren. Sie führte einen Krieg gegen sie und gegen sich selbst. Ihr Widerstand gegen die Liebe schlug in Verbitterung um, die ihr noch mehr Leid brachte. Nichts half dagegen.

Bis sie sich eines Tages ergab, des Kämpfens müde, hörte sie auf, die Liebe zu bekämpfen. Die Liebe, die ihre Gefühle vergiftete und sie innerlich zerstörte. Sie ergab sich kraftlos, weil sie nicht mehr konnte – sie war am Ende.

Die Liebe und die Gefühle, die nicht gelebt werden konnten, weil sie abgewürgt wurden – sie blieben in ihrer Seele stecken, ohne sich entfalten zu können. Es war der Betrug, der all das Schöne zerstörte, der allem ein jähes Ende setzte. Der Betrug, der über die Liebe triumphierte. Die Liebe, die sich gegen sie wendete, weil sie sie im Herzen bekämpfte und sie nicht loslassen konnte.

Doch die Liebe lässt sich nicht bekämpfen – wir können sie in uns selbst nicht besiegen – sie ist immer die Stärkere. Sie kann Unglück bringen, wenn wir sie ablehnen, wenn wir sie nicht anerkennen – LIEBE IST.

Es hilft nichts.

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© Sunelly Sims

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